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Benzingespräche

Millionenmarke für Mercedes Benz 320 Cabriolet B erstmals geknackt

 

1937er Exemplar erzielt 1.045.000 US-Dollar bei Versteigerung durch Barrett-Jackson in Palm Beach

Im April 2015 war es soweit:

Ein Mercedes Benz 320 Cabriolet B, Baujahr 1937, wechselte auf einer Auktion des weltweit größten Auktionshauses für Sammlerfahrzeuge, Barrett Jackson, erstmals für mehr als 1 Million US-Dollar den Besitzer. 

Seit im Jahre 2013 der von Juan Manuel Fangio gefahrene Mercedes Silberpfeil W 196 von 1954 beim Goodwood Festival of Speed für 20,2 Millionen Euro versteigert wurde, schienen alle Dämme gebrochen und die absoluten wie auch typenbezogenen Rekordergebnisse für klassische Kostbarkeiten hielten die Automobilszene in immer kürzer werdenden Abständen in Atem. 

Der größte Scheunenfund aller Zeiten nahe Paris im Februar 2015, die Baillon-Sammlung, sorgte zwei Mal für weltweites Aufsehen:

Die erste Schlagzeile galt dem Sensationsfund an sich. Die zweite Meldung versetzte die Szene aufgrund der exorbitanten Auktionspreise in Aufruhr, die für die rostigen Fahrzeuge erzielt wurden. Sie lagen teils 500 % über dem Schätzpreis. 

Schlagzeilen wie diese treiben die Preise für Klassische Automobile weltweit in Sphären, die noch vor wenigen Jahren niemand voraussehen konnte.

Natürlich rufen solche Entwicklungen die stets präsenten Pessimisten und Kritiker auf den Plan, die ein baldiges Ende der "Blase" wie es sie in den 90er Jahren gab, weissagen. 

Tatsächlich jedoch kann die Situation der 90er Jahre, in der nach dem Tod von Enzo Ferrari die gleichnamigen Autos von Spekulanten zu überhöhten Preisen größtenteils fremdfinanziert gekauft wurden, nicht mit heutigen Verhältnissen verglichen werden. Die damals aufgenommenen Kredite konnten nach einer enormen Zinssteigerung nicht mehr bedient werden und so kam es, dass durch Notverkäufe eine große Stückzahl der Ferrari auf den Markt geworfen wurde. Das Angebot überstieg sehr schnell die Nachfrage und die Preise fielen. 

Die heutige Situation stellt sich vollkommen anders dar. Die Zahl der reichen und superreichen Menschen steigt. Diese Anleger investieren ihr eigenes Geld in Oldtimer und sie haben keine Gründe diese in absehbarer Zeit wieder zu verkaufen. 

Darüber hinaus wächst das Interesse an Klassikern nicht nur in Europa und USA. Derzeit entstehen vollkommen neue Märkte zum Beispiel in Asien. Längst warten Liebhaber wie Investoren auf freundlichere Importzölle und Gesetzesänderungen, die die Einfuhr automobiler Klassiker nach Asien erleichtern. Hier wartet ein gigantischer Markt mit kaum vorstellbarer Kaufkraft auf Oldtimer "Made in Germany".

Diese Millionenverkäufe zeigen eindrucksvoll: Die positive Wertentwicklung exzellenter Automobilklassiker wird anhalten und die Preise weiter in die Höhe treiben, denn eines ist sicher:

Das Luxusgut Oldtimer ist naturgemäß begrenzt!