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Mercedes-Benz 220 Cabriolet A

 

Arthur Bechtel Classic Motors arbeitet bereits seit 1972 mit einzigartigen automobilen Klassikern. Über die Jahre durften wir in den Genuss kommen, nahezu jedes Modell der Mercedes-Benz–Chronologie auf unserem Werkstattboden willkommen zu heißen. Wir sprechen von Preziosen mit einzigartiger Historie, Emotionen und von Innovationsgedanken geprägt. Mit unserer neuen "Blogartikel"Serie – springen wir in der Chronik der Sterne zurück und erinnern uns an die Entwicklung dieser Klassiker. Lesen Sie hier mehr über die Fahrzeuge, die so viele uns begeistern und diverse Ären geprägt haben.


Mercedes-Benz 220 Cabriolet A

Das Luxus-Cabriolet des beginnenden Wirtschaftswunders

Als Deutschland noch vieles in Trümmern lag beschäftigte sich bereits 1947 der Vorstand der Daimler-Benz AG seiner alten Tradition entsprechend mit der Planung von Luxus-, Repräsentations- und Sport-Fahrzeugen. Und so begann wenige Jahre später die Nachkriegs-Ära der Mercedes-Benz Sechszylinder-Motoren. Im April 1951 wurde auf der IAA der neue Typ 220 und im Zeichen eines neuen Selbstbewusstseins die neue Repräsentations- und Staatslimousine Mercedes-Benz 300, später genannt „Adenauer“ vorgestellt. Der 220-er entsprach bei Fahrwerk und Karosserie bis auf die jetzt in die Kotflügel integrierten Scheinwerfer dem 170 S, hatte jedoch einen völlig neu entwickelten Sechszylinder-Motor unter der Haube, der als Kurzhuber mit obenliegender Nockenwelle und einer Leistung von 80 PS, eine überaus moderne Konstruktion war. 

Das nur zwei Jahre nach der Markteinführung des 170 S der 220 vorgestellt wurde, hatte auch damit zu tun, dass in Deutschland bereits ab 1948 der Opel Kapitän mit Sechszylinder-Motor angeboten wurde. Und dieses Marktsegment wollte man natürlich in Untertürkheim auf keinen Fall dem Wettbewerber aus Rüsselsheim überlassen, was dann durch eine allgemein sehr gute Resonanz in der Fachpresse und bei den Kunden des Hauses auch gelang. Der neue 220-er überzeugte mit guten Fahrleistungen und einem entsprechend guten Fahrverhalten und knüpfte damit an die traditionell hohen Komfort- und Qualitätsmerkmale der Marke an. 

Das neue Oberklasse-Modell zeigt noch die klassischen Design Merkmale der dreißiger Jahre und wurde als viertürige Limousine, zweisitziges Cabriolet A mit zwei Fenstern, viersitziges Cabriolet B mit vier Fenstern und erstmals nach dem Krieg in geringer Stückzahl auch als zweisitziges Coupé angeboten. Noch immer war ein Automobil wie das Mercedes-Benz 220 Cabriolet A für den weitaus größten Teil der Bevölkerung ein unerfüllbarer Traum, ein solches Auto bedeutete aber auch ein klares Bekenntnis und ein Signal in Richtung eines wirtschaftlichen Aufschwungs der dann auch in der Folge als Wirtschaftswunder in die Geschichte eingehen sollte. 

Am Ende waren es nach fünfjähriger Bauzeit und einer Gesamtstückzahl von 18.467 Einheiten der Baureihe nur 1.278 Cabriolet A die in bester Manufaktur-Bauweise weitgehend von Hand gebaut wurden und das definitive Ende einer langjährigen Design-Epoche bedeuteten. Denn 1954 begann mit den Typen 180 und 220 S die neue Ära der selbstragenden Ponton Karosserien und damit das Ende des „Fahrgestells“. 

Das 220 Cabriolet A ist eine der schönsten Design-Kreationen der frühen Nachkriegszeit und zweifellos eine gute Möglichkeit eine Investition mit Potenzial beim Wertzuwachs zu erwerben. 

Geschrieben von Claus-Henning Guthard